Große Bühne für den Klimaschutz

Atelier ProREDD - Photo de famille Bild vergrößern Atelier ProREDD - Photo de famille (© Liva Haensel, GIZ Togo)

Der Klimawandel stellt auch die Bevölkerung Togos vor große Herausforderungen. Der Anstieg der Temperaturen sowie Unwetter, Dürreperioden und Wassermangel betreffen das 7- Millionen-Einwohnerland Westafrikas zunehmend. Togo hat sich deswegen auf die Fahnen geschrieben, sich für die Zukunft zu rüsten: In einem 2-tägigen Event unter Beteiligung gleich mehrerer togoischer Minister verabschiedete das Land nun seinen ersten Nationalen Plan zur Anpassung an den Klimawandel und veröffentlichte gleichzeitig die Ergebnisse der ersten Wald- und Kohlenstoffinventur. "Wir sind hochgradig abhängig von unserer Umwelt und unserer Landwirtschaft“, betonte André Johnson, Minister für Umwelt- und Waldressourcen, in seiner Rede vor 160 Teilnehmern aus dem gesamten Land. Eine Waldinventur zur Erfassung der reellen Situation vor Ort sowie ein Plan, der es Togo erlaubt sich intersektoriell an den Klimawandel anzupassen, seien daher unumgänglich. Johnson dankte dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Christoph Sander, sowie dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als auch der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) für die gute Zusammenarbeit. Togo sei nun bereit für die nächsten Schritte, so Johnson.

Das Programm „Unterstützung einer wirkungsorientierten nationalen Planung zur Anpassung an den Klimawandel in Togo““ (PNA) nahm seine Arbeit 2014 auf. Maßgeblich gesteuert von einem nationalen Komitee unter Führung des Ministeriums für Entwicklungsplanung, hatten zuletzt acht ausgewählte Mitglieder die Formulierung des wichtigen Dokumentes übernommen. Der Plan zur Anpassung an den Klimawandel wurde am 26. Oktober 2016 offiziell verabschiedet und soll am 01 Dezember in einer Generalversammlung des „Global NAP Network“ unter Beteiligung mehrerer Länder in Lomé nochmals präsentiert werden. Die differenzierten Ergebnisse der Wald- und Kohlenstoffinventur dienen dem Umweltministerium nun als Grundlage für die Etablierung nachhaltiger Waldbewirtschaftungssysteme, welche sowohl durch ein hochwertiges Datenbanksystem als auch durch eine Kartierungseinheit des Umweltministeriums begleitet werden. „Ich beglückwünsche alle Teams zu ihrer gelungenen Arbeit“, adressierte Botschafter Christoph Sander direkt die Inventurmitarbeiter und Klimaanpassungs-Experten. Diese wurden im Laufe der Feierlichkeiten mit einem Zertifikat für ihren Einsatz geehrt. Dr. Markus Wagner, Landesdirektor der GIZ in Togo, bedankte sich ausdrücklich beim Umweltministerium: Unter dessen Führung und gemeinsam mit den togoischen Teams und den GIZ-Vorhaben seien die erbrachten Fortschritte geleistet worden.

Mit 24 Prozent Waldfläche steht Togo jetzt vor neuen Herausforderungen. Bisherige Schätzungen gingen von sehr viel weniger Waldflächenprozenten aus. Basierend auf der Interpretation von hochauflösenden Satellitenbildern wurde erstmalig für Togo eine flächendeckende Bodennutzungskarte erstellt, welche gekoppelt mit einer überarbeiteten Walddefinition im Kontext der REDD+ Initiative und mit den Ergebnissen der siebenmonatigen Feldinventur in allen fünf Landesregionen nun statistisch abgesichert und nach internationalen Standards berechnete Daten liefert.

(Liva Haensel, GIZ Togo)

Tabelle IFN Bild vergrößern Tabelle IFN - Ergebnisse der Regionen (© GIZ Togo)

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